Dienstag, 21. Juli 2015

Three Times is a Charm

Intro

Wieder habe ich mir sehr(!) lange Zeit gelassen um hier ein paar Zeilen über die aktuellen Geschehnissen der TV- und Kino-Welt zum Besten zu geben - dies soll jedoch nicht heißen, dass ich mir keine Gedanken gemacht hätte. Zwei Hauptkategorien werden dieses Mal abgedeckt: Die - fast schon obligatorische - Netflix-Review entfällt, antstattdessen gibt es heute auch mal einen Kino-Tipp und schließlich ein paar weitere kurz-Tipps zu Filmen und Serien, die es sich zu streamen lohnt. Das sollte dann natürlich nur in legaler Form geschehen, also über den SVOD-Anbieter eures Vertrauens, iTunes Store etc....ODER ihr traut euch mal wieder in die gute alte Videothek und benutzt den DVD-Spieler.
So oder so: viel Spaß beim lesen und natürlich auch beim glotzen!

Kino 

True Story 
Jüngst bat sich mir die wunderbare Möglichkeit, das cineastische Erstlingswerk von Rupert Goold, True Story, als Deutschlandpremiere im Rahmen des Münchner Filmfestes zu sehen, und der Film hat mich beeindruckt. Goold, der bisher nur kleine TV-Projekte betreute und vor allem in der Londoner Theater-Szene zu Hause ist, gelingt ein fast mystischer Thriller, der auf auf eine ruhige Art und Weise Drama und Spannung erzeugt.
Zum Inhalt: der scheinbar gescheiterte Journalist Mike Finkel (Jonah Hill) bekommt einen Anruf von einem Lokal-Reporter aus Oregon: Christian Longo (James Franco), ein junger Mann aus Newport, der angeblich seine Frau mit den drei Kinder umgebracht hat, wurde in Mexiko verhaftet. Das wäre - abgesehen von den Morden - alles nicht sonderlich tragisch, erklärte Longo bei seiner Verhaftung jedoch den Polizisten, dass er Michael Finkel sei, von der "New York Times". Mikes Neugier ist natürlich geweckt und er macht sich auf den Weg um Longoim Gefängnis zu besuchen.
Was folgt, ist kein(!) rasend schneller Thriller, mehr eine Studie zweier Männer, deren Werdegang und sozialer Hintergrund nicht verschiedener sein könnte und die sich trotzdem sehr ähneln. Hill, der nicht erst seit Moneyball und The Wolf of Wall Street auf meiner Liste der zukünftigen Oscar-Preisträger steht, entwickelt im Zusammenspiel mit dem Häftling eine Chemie, die nur schwer zu beschreiben ist und dem versatilen Franco nimmt man den vermeintlichen Mörder mehr als ab.
Natürlich muss sich jeder Leser sein eigenes Urteil bilden, aber für mich ist True Story ein Thriller der ruhigen Art, der mich trotzdem mitgenommen und auf eine gewisse Weise berührt hat.
Hinzu kommt, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht, denn Michael Finkel gibt es wirklich, und Journalist ist er auch!

Genre: Drama/Thriller
Darsteller: Jonah Hill, James Franco, Felicity Jones, Ethan Supplee, Robert John Burke
Länge: 93min
Kinostart: 06. August 2015

Streaming-Tipps

Serien

Veep

Format: 20min / Comedy

Plot: Man nehme die sympathische Julia Louis-Dreyfus (wer Seinfeld noch kennt, dem sagt sie natürlich was!), macht sie zur Vizepräsidentin der U.S.A. und stellt ihr einen Stab zur Seite, der selbst in einem Südpazifischen Inselstaat scheitern würde und fertig ist eine Polit-Satire, die ernüchternder und witziger nicht sein könnte.

Fazit: Showrunner Armando Iannucci zeichnet ein Bild des US-Amerikanischen Polit-Zirkus, das teilweise an Schärfe nicht zu überbieten ist und sich dann plötzlich wieder in einen Irsinn nach dem anderen stürzt - herrlich wahllos, und sehr unterhaltsam!

UnREAL

Format: 45min / Drama

Plot: Wir finden uns am Set einer TV-Show wieder, die sehr stark an den - allseits beliebten - Bachelor erinnert. "Everlasting" heißt die Sendung, in der ein Dutzend junge Frauen um die Gunst eines blonden (in diesem Fall Britischen) Schönlings kämpfen. Der Fokus von UnREAL liegt auf der Rolle der knallharten und kompromisslosen Showleiterin Quinn (Constanze Zimmer) und ihrer rechten Hand Rachel (Shiri Appleby), und beschreibt wie schnell die beiden ihre moralischen Grundsätze über Bord werfen, um die Show zu einem Erfolg zu machen. Koste es, was es wolle......

Fazit: Laut der US-Magazine jetzt schon die "must see"-Show des Sommers, sehe ich ähnlich. Ungewöhnlich und neu, unterhaltsam obendrein. Constanze Zimmer treibt, nach Entourage und House of Cards ihre Entwicklung voran und liefert eine grandiose Performance ab!

Wayward Pines

Format: 45min / Drama

Plot: Der Secret Service Agent Ethan Burke findet sich nach einem vemeintlichen Autounfall in dem kleinen Städtchen Wayward Pines, Idaho, wieder. Eigentlich ist er auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, muss aber schnell einsehen, dass er wohl nicht so schnell wieder raus kommt aus dem Ort "wo das Paradies zu Hause ist."

Fazit: Hat mich in der Mitte der ersten Staffel mal vollkommen aus der Bahn geworfen, daher müsst ihr mindestens bis dahin gucken. Man merkt defintiv, dass M. Night Shymalan (The Sixth Sense etc.) da seine Finger mit im Spiel hat. Eine gute, und sehr(!) unvorhersehbare Drama-Serie mit einer kleinen LOST-Hommage zu Beginn :-)




Filme

The Woman in Gold
> Für einen leichten Sonntagnachmittag. Ein kleiner Ausflug in die (Kunst)Geschichte Österreichs mit Helen Mirren und Ryan Reynolds.

Kingsman - The Secret Service
> Viel (viel!) Lärm und Knall-Bumm und Gewalt, so wie man es von Kick-Ass-Regisseur Matthew Vaughn gewohnt ist. Nichts für Cineasten-Snobs, nichts für Arthouse-Fans. Einfach ein bisschen durchgeknallt und mit einem exzellenten Colin Firth.  #immermittenindiefresserein

A Most Wanted Man 
> Philip Seymour Hoffman in einer von seinen vielen starken Rollen. Eine Deutsch-Amerikanische Koproduktion, die in Hamburg spielt und, so blöd es klingt, durch seinen Protagonisten besticht. Diese dröge und melancholische Aura, die Günther Bachmann umgibt kann glaube ich keiner so darstellen wie PSH, und der Film lässt einen nach dem Abspann eigentlich nur mit einem Gefühl zurück: Schade, dass er nicht mehr ist. (Für die Fans, hier noch ein wunderbarerer vimeo-Zusammenschnitt fast aller seiner Rollen)

Wild 
> Basierend auf dem Roman von Cheryl Strayed, die von einer bärenstarken Reese Witherspoon verkörpert wird. Eine Frau begibt sich auf eine 1100 Meilen lange Wanderung, um alles und jeden (sprichwörtlich) hinter sich zu lassen.
Verdiente Oscar-Nominierung für Reese Witherspoon und auch Laura Dern, die ihre Mutter spielt.
Angucken.