Dienstag, 21. Juli 2015

Three Times is a Charm

Intro

Wieder habe ich mir sehr(!) lange Zeit gelassen um hier ein paar Zeilen über die aktuellen Geschehnissen der TV- und Kino-Welt zum Besten zu geben - dies soll jedoch nicht heißen, dass ich mir keine Gedanken gemacht hätte. Zwei Hauptkategorien werden dieses Mal abgedeckt: Die - fast schon obligatorische - Netflix-Review entfällt, antstattdessen gibt es heute auch mal einen Kino-Tipp und schließlich ein paar weitere kurz-Tipps zu Filmen und Serien, die es sich zu streamen lohnt. Das sollte dann natürlich nur in legaler Form geschehen, also über den SVOD-Anbieter eures Vertrauens, iTunes Store etc....ODER ihr traut euch mal wieder in die gute alte Videothek und benutzt den DVD-Spieler.
So oder so: viel Spaß beim lesen und natürlich auch beim glotzen!

Kino 

True Story 
Jüngst bat sich mir die wunderbare Möglichkeit, das cineastische Erstlingswerk von Rupert Goold, True Story, als Deutschlandpremiere im Rahmen des Münchner Filmfestes zu sehen, und der Film hat mich beeindruckt. Goold, der bisher nur kleine TV-Projekte betreute und vor allem in der Londoner Theater-Szene zu Hause ist, gelingt ein fast mystischer Thriller, der auf auf eine ruhige Art und Weise Drama und Spannung erzeugt.
Zum Inhalt: der scheinbar gescheiterte Journalist Mike Finkel (Jonah Hill) bekommt einen Anruf von einem Lokal-Reporter aus Oregon: Christian Longo (James Franco), ein junger Mann aus Newport, der angeblich seine Frau mit den drei Kinder umgebracht hat, wurde in Mexiko verhaftet. Das wäre - abgesehen von den Morden - alles nicht sonderlich tragisch, erklärte Longo bei seiner Verhaftung jedoch den Polizisten, dass er Michael Finkel sei, von der "New York Times". Mikes Neugier ist natürlich geweckt und er macht sich auf den Weg um Longoim Gefängnis zu besuchen.
Was folgt, ist kein(!) rasend schneller Thriller, mehr eine Studie zweier Männer, deren Werdegang und sozialer Hintergrund nicht verschiedener sein könnte und die sich trotzdem sehr ähneln. Hill, der nicht erst seit Moneyball und The Wolf of Wall Street auf meiner Liste der zukünftigen Oscar-Preisträger steht, entwickelt im Zusammenspiel mit dem Häftling eine Chemie, die nur schwer zu beschreiben ist und dem versatilen Franco nimmt man den vermeintlichen Mörder mehr als ab.
Natürlich muss sich jeder Leser sein eigenes Urteil bilden, aber für mich ist True Story ein Thriller der ruhigen Art, der mich trotzdem mitgenommen und auf eine gewisse Weise berührt hat.
Hinzu kommt, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht, denn Michael Finkel gibt es wirklich, und Journalist ist er auch!

Genre: Drama/Thriller
Darsteller: Jonah Hill, James Franco, Felicity Jones, Ethan Supplee, Robert John Burke
Länge: 93min
Kinostart: 06. August 2015

Streaming-Tipps

Serien

Veep

Format: 20min / Comedy

Plot: Man nehme die sympathische Julia Louis-Dreyfus (wer Seinfeld noch kennt, dem sagt sie natürlich was!), macht sie zur Vizepräsidentin der U.S.A. und stellt ihr einen Stab zur Seite, der selbst in einem Südpazifischen Inselstaat scheitern würde und fertig ist eine Polit-Satire, die ernüchternder und witziger nicht sein könnte.

Fazit: Showrunner Armando Iannucci zeichnet ein Bild des US-Amerikanischen Polit-Zirkus, das teilweise an Schärfe nicht zu überbieten ist und sich dann plötzlich wieder in einen Irsinn nach dem anderen stürzt - herrlich wahllos, und sehr unterhaltsam!

UnREAL

Format: 45min / Drama

Plot: Wir finden uns am Set einer TV-Show wieder, die sehr stark an den - allseits beliebten - Bachelor erinnert. "Everlasting" heißt die Sendung, in der ein Dutzend junge Frauen um die Gunst eines blonden (in diesem Fall Britischen) Schönlings kämpfen. Der Fokus von UnREAL liegt auf der Rolle der knallharten und kompromisslosen Showleiterin Quinn (Constanze Zimmer) und ihrer rechten Hand Rachel (Shiri Appleby), und beschreibt wie schnell die beiden ihre moralischen Grundsätze über Bord werfen, um die Show zu einem Erfolg zu machen. Koste es, was es wolle......

Fazit: Laut der US-Magazine jetzt schon die "must see"-Show des Sommers, sehe ich ähnlich. Ungewöhnlich und neu, unterhaltsam obendrein. Constanze Zimmer treibt, nach Entourage und House of Cards ihre Entwicklung voran und liefert eine grandiose Performance ab!

Wayward Pines

Format: 45min / Drama

Plot: Der Secret Service Agent Ethan Burke findet sich nach einem vemeintlichen Autounfall in dem kleinen Städtchen Wayward Pines, Idaho, wieder. Eigentlich ist er auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, muss aber schnell einsehen, dass er wohl nicht so schnell wieder raus kommt aus dem Ort "wo das Paradies zu Hause ist."

Fazit: Hat mich in der Mitte der ersten Staffel mal vollkommen aus der Bahn geworfen, daher müsst ihr mindestens bis dahin gucken. Man merkt defintiv, dass M. Night Shymalan (The Sixth Sense etc.) da seine Finger mit im Spiel hat. Eine gute, und sehr(!) unvorhersehbare Drama-Serie mit einer kleinen LOST-Hommage zu Beginn :-)




Filme

The Woman in Gold
> Für einen leichten Sonntagnachmittag. Ein kleiner Ausflug in die (Kunst)Geschichte Österreichs mit Helen Mirren und Ryan Reynolds.

Kingsman - The Secret Service
> Viel (viel!) Lärm und Knall-Bumm und Gewalt, so wie man es von Kick-Ass-Regisseur Matthew Vaughn gewohnt ist. Nichts für Cineasten-Snobs, nichts für Arthouse-Fans. Einfach ein bisschen durchgeknallt und mit einem exzellenten Colin Firth.  #immermittenindiefresserein

A Most Wanted Man 
> Philip Seymour Hoffman in einer von seinen vielen starken Rollen. Eine Deutsch-Amerikanische Koproduktion, die in Hamburg spielt und, so blöd es klingt, durch seinen Protagonisten besticht. Diese dröge und melancholische Aura, die Günther Bachmann umgibt kann glaube ich keiner so darstellen wie PSH, und der Film lässt einen nach dem Abspann eigentlich nur mit einem Gefühl zurück: Schade, dass er nicht mehr ist. (Für die Fans, hier noch ein wunderbarerer vimeo-Zusammenschnitt fast aller seiner Rollen)

Wild 
> Basierend auf dem Roman von Cheryl Strayed, die von einer bärenstarken Reese Witherspoon verkörpert wird. Eine Frau begibt sich auf eine 1100 Meilen lange Wanderung, um alles und jeden (sprichwörtlich) hinter sich zu lassen.
Verdiente Oscar-Nominierung für Reese Witherspoon und auch Laura Dern, die ihre Mutter spielt.
Angucken.

Freitag, 10. April 2015

"Second round's on me!"


Prolog
Zweite Runde. In der Musikszene gibt es ja seit jeher die goldene Regel, dass das zweite Werk, das Follow-Up zum Debüt, das schwierigste und gleichzeitig wichtigste ist. Also: Hauptsache kein Druck.
Dieses Mal geht es, welch Überraschung, u.a. auch wieder um eine Netflix Serie, die aber auch wirklich ein Kracher ist. Jedoch möchte ich, wie im ersten Post bereits angekündigt, gerne auch auf die oft sehr stiefmütterlich behandelten ‚kleineren’ Shows aus den USA eingehen, die auf Grund der starken Präsenz der Streaming-Dienste und der Pay-TV-Sender (wie HBO und Showtime) Gefahr laufen, in Vergessenheit zu geraten. Hier werde ich ein paar Sätze zu meinen jeweiligen Favoriten verlieren und so ein paar Meinungen und Tipps preisgeben.
Des Weiteren schauen wir mal was bei HBO zur Zeit so geht. Ich sage nur: Sonntag, 12.04.2015. Die halbe Weltbevölkerung zwischen 16 und 40 Jahren wartet ja auf diesen Tag um endlich zu erfahren, welche Auswirkungen die Ermordung eines verbitterten Rentners während des nächtlichen Austretens für die sieben Königreiche und seine missratenen Kinder hat. Ach ja, und True Detective hat endlich einen Teaser sowie ein Release-Date für die neue Staffel.
Feedback, in jeglicher Form, ist natürlich auch heute wieder erwünscht.
Ich wünsche viel Spaß beim lesen. 

NETFLIX
Review: Bloodline, Staffel 1 (A.K.A. “There is nothing you can do to stop it.“)
Verdammt, da habe ich nur ein paar Tage nach meinem ersten Eintrag direkt mal meine eigene Regel („Bingewatching, aber in Maßen!“) missachtet und mir die letzten 5 Folgen Bloodline schon drei Tage nach dem Erscheinen auf Netflix gegönnt. Ich muss mich ja dafür (eigentlich) nicht rechtfertigen, aber: ich konnte einfach nicht anders!
Ich habe seit langem nicht mehr so eine dermaßen düstere Show gesehen bzw. eine Serie geschaut in der so wenig Positives geschieht. Zwischendurch hatte ich immer auf eine Art ’Comic Relief’ gewartet aber der stellte sich nicht so richtig ein. Das klingt jetzt so, als wäre ich nicht begeistert. Ganz im Gegenteil: nach der letzten Szene in Folge Dreizehn habe ich erst mal dagesessen und ein paar Minuten all das Revue passieren lassen was mir da so aufgetischt wurde, und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich diese Show uneingeschränkt empfehlen kann.
Zerstörte Hoffnungen, Enttäuschung, Gewalt und eine in sich ganz und gar inhomogene Familie – das sind für mich die großen Themen dieser Geschichte über ein Ehepaar und seine vier (bzw. fünf) Kinder, die mit Hilfe von Flashbacks und Vorschauen sehr clever und spannend erzählt wird. Zunächst wird jedem Familienmitglied eine Folge gewidmet, um den Zuschauer in die jeweilige Figur und ihre Charakterzüge einzuführen, auch werden die Ereignisse aus der Vergangenheit immer wieder angeschnitten, ohne sie jedoch vollends zu erklären bzw. zu erläutern inwiefern sie für den inneren Konflikt des Charakters verantwortlich sind.

Sam Shepard gibt den (scheinbar) unkaputtbaren Patriarchen und nicht nur einmal wird deutlich gemacht: der Name der Familie Rayburn steht in den Florida Keys für Anstand, für Beständigkeit. Selbst ein Pier wird nach ihnen benannt. Der Familienbetrieb – ein malerisches Hotel direkt am Strand – floriert und bietet seit fast 50 Jahren ein Refugium für neureiche Städter am südlichsten Zipfel der vereinigten Staaten.
Das es mit dieser Herrlichkeit natürlich nicht allzu lange weitergeht ist spätestens seit meinem Teaser im ersten Post klar. “We’re not bad people. But we did a bad thing“, wie John Rayburn (Kyle Chandler, seit Friday Night Lights ein wenig in die Breite gegangen) es im Trailer schon sagt, beschreibt die Dreizehn folgen sehr gut. Natürlich(!) sind die Rayburn-Sprösslinge in einem anständigen Haushalt groß geworden aber jeder trägt alte Wunden mit sich herum, seien es psychische oder tatsächliche Verletzungen aus der Vergangenheit. Wie dem auch immer sein mag, alles fängt an sich zum schlechten zu wenden als Danny Rayburn (Ben Mendelsohn, wirklich Bärenstark!) sich entschließt zum 45-jährigen Jubiläum des Hotels nach Hause zurückzukehren. Seine Präsenz ist ein unmittelbarer Trigger für diverse Ereignisse und macht die Familie innerhalb kürzester Zeit zu der, „die man nicht sein will.“
Dannys totale Gleichgültigkeit für Gefühle der Menschen um ihn herum und die seiner Familie ist teilweise schon sehr krass, sein Bruder John bezeichnet in mehrfach als Monster, aber tut dies schließlich nicht ganz unbegründet. Sein ganzes Leben lang war er ein Außenseiter und spätestens seit dem frühen Tod der Schwester Sarah fühlte er sich nicht mehr als Teil der Familie. Vom Vater misshandelt, von der Mutter zwar geliebt aber nie wirklich wertgeschätzt lebte er Jahrelang vor sich hin und kriegte nie etwas so richtig hin. Gerade diese mangelnde Zielstrebigkeit, das Vagabundenleben gespickt mit Alkohol- und Drogenexzessen, unterscheidet ihn maßgeblich von seinen Geschwistern John (Detective im Sherrifs Department) und auch Meg (Linda Cardellini, Anwältin). Nicht jedoch von Kevin (Norbert Leo Butz), der viel von seinem Vater geerbt hat, aber nicht monetär sondern was die Charaktereigenschaften angeht. Seine kurze Zündschnur und emotionale Instabilität sorgen mehrfach für brenzlige Momente und man hat nie das Gefühl, dass er so verlässlich und stark sein kann wie er es gerne wäre.
Alle drei sind in festen Beziehungen, aber müssen auf Grund der Ereignisse, die sich nach Dannys Rückkehr entwickeln Entscheidungen treffen, die zwischenzeitlich dazu führen, dass sie komplett alleine dastehen. Ob das sein Ziel war oder nicht, schafft Danny es durch sein Verhalten, dass seine Geschwister – zumindest Zeitweise – ähnlich Leiden müssen wie er es die letzten 25 Jahre getan hat. Schon in der ersten Folge hatte er zumindest John vorausgesagt, dass dessen Leben nicht für immer so perfekt sein würde......
Nachdem auch die ‚normalen’ Sender wie Fox und NBC mit guten und spannenden Dramen vorgelegt hatten und HBO sich dieses Jahr auf sein Zugpferd Game of Thrones und natürlich auch auf True Detective verlassen kann (s.u.), war es für Netflix wichtig, neben House of Cards (wird vermutlich nur noch eine weitere Staffel haben) eine weitere starke Dramaserie für dieses Jahr zu präsentieren, und das Ziel haben sie erreicht: Bloodline unterhält und verstört gleichermaßen. Das überzeugt.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: ab nach Hause, hinsetzen, angucken!

HBO
Preview: True Detective, Staffel 2
Da ist er endlich, der erste Teaser für die zweite Staffel von True Detective. Nach mehrmaligem Anschauen und diversen Schweißausbrüchen gepaart mit nervösem Zucken der Extremitäten kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass sich die elende Warterei wohl lohnen wird.
Der knapp einminütige Clip kommt ohne Worte aus, und liefert trotzdem ein paar Antworten. Man kann nun z.B. davon ausgehen, dass – anders als noch in der ersten Staffel – alle ‚großen’ Darsteller auch eine tragende Rolle spielen. Wir sehen uns also ab dem 21. Juni 2015 mit vier Protagonisten konfrontiert: Vince Vaughn, Colin Farrell, Taylor Kitsch und Rachel McAdams.
Die Besetzung war ja schon vor dem Trailer bekannt und die ersten Bilder vom Set wurden ebenfalls vor ein paar Wochen geleakt, jedoch war ich mir nie richtig sicher, ob Showrunner Nic Pizzolatto es schaffen würde, eine ähnliche Stimmung zu erzeugen, wie wir sie schon in der ersten Staffel mit Woody Harrelson und Matthew McConaughey erleben durften. Der Teaser beweist: es wird spannend, gewalttätig, und hoffentlich ähnlich dramatisch wie schon im letzten Jahr.
Pizzolatto nimmt uns in diesem Jahr aus den Sümpfen Louisianas mit an die Westküste ,nach Kalifornien, und wir tauchen ein in die Welt von drei Polizisten (Farrell, Kitsch und McAdams) und eines Berufskriminellen (Vaughn), die sich nach einem Mord in einem Netz an Verschwörungen wiederfinden. Soviel hatte der Autor selber schon verraten, und ich möchte an dieser Stelle auch nicht viel mehr mutmaßen – am Ende liege ich eh falsch.....
Diese zweite Staffel terminiert HBO also als Follow-Up der fünften Staffel von Game of Thrones  und sichert sich dadurch eine  Quoten-Garantie im sonst so schwierigen Sommerloch. Gemeinsam mit der zweiten Staffel von The Leftovers (ziemlicher Psycho-Kracher von Lost-Alumni Damon Lindelof, Empfehlung folgt bald!) wird die Show  definitiv in der Lage sein, dass Loch zu füllen, das True Blood, letzten Sommer zu Ende gegangen, im Jahr 2014 hinterließ.
Nur noch Bock!

Preview: Game of Thrones, Staffel 5
Was erwartet uns am kommenden Sonntag? Diejenigen, die die Bücher bereits gelesen haben, sahen sich ja die letzten Jahre klar im Vorteil, jedoch scheint es nun so, dass dies nicht mehr lange der Fall sein wird. Der letzte Trailer ließ bereits tief blicken, und auch in den Interviews der letzten Wochen machten diverse Darsteller sowie George R. R. Martin keinen Hehl daraus, dass die kommende fünfte Staffel sich von der Buchvorlage entfernen wird.
Das erklärt zwar, warum Jamie Lannister in einem der Trailer plötzlich in Dorne zu sehen ist (wo er in den Büchern ja nie hingereist ist), fragt sich momentan wohl die gesamte Fangemeinde ob es ein cleverer Schachzug der Produzenten ist sich so dermaßen von den Romanen abzuwenden und eine eigene Richtung zu verfolgen. Man muss eigentlich davon ausgehen, dass Martin innerhalb der letzten zwei Jahre gemerkt hat, dass er das sechste Buch wohl in näherer Zukunft nicht fertig kriegen wird und damit Gefahr läuft von der Serie eingeholt zu werden. Für mich scheint dies die einzige plausible Erklärung für das Abweichen von der Vorlage.
Nichtsdestotrotz ist davon auszugehen, dass auch die neue Staffel nicht enttäuschen wird. Natürlich gibt es immer wieder Fans, die dann behaupten, dass hier und dort ein paar Sachen nicht stimmig sind und das man die Integrität der Romane nicht erhalten habe, aber Martin wird – gemeinsam mit den Showrunnern David Benioff und Dan Weiss – sich schon seine Gedanken gemacht haben um auch der fünften Staffel eine Kohärenz und Struktur zu verleihen, die seinem Werk gerecht wird. Deswegen ist er ja auch bei der Show mit an Bord.......
So: Am Montag wird die erste Folge geschaut! Dann mehr dazu.

NETWORK TV

ABC
Format: 20 Minuten / Comedy

Plot: Ed O’Neill (Ja, DER Al Bundy-Darsteller aus den Neunzigern)  gibt den Rentner in seinen Sechzigern. Dieser wohnt in direkter Nachbarschaft mit seinen zwei Kindern, Claire (verheiratet mit zwei Kindern) und Mitchell (Anwalt, wohnt zusammen mit seinem Lebenspartner Cameron) und diese Konstellation erzeugt allerlei Dramen in jeder erdenklichen Hinsicht.
Fazit: Die sechste Staffel läuft erfolgreich in den USA, die Erfolge bei den Emmy-Awards der letzten Jahre sprechen eigentlich auch für sich. Bringt mich immer wieder zum lachen, und das konstant seit mehreren Jahren. Leichte Kost, teils sogar herzerwärmend aber nie flach oder anspruchslos; einfach nur clever und komisch. Zwischendrin einsteigen fällt m.E. nach recht schwer. Daher lieber mit der ersten Staffel beginnen und dann entscheiden.


Format: 45 Minuten / Krimi
Plot: Jura-Professorin und Strafverteidigerin Annalise Keating (Viola Davis) wählt aus ihrer Uni fünf Jura-Studenten aus, die ihr in ihrer kleinen Kanzlei mit aktuellen Fällen bzw. der Arbeit mit ihren Klienten helfen sollen. Sie und ihr Team werden im Laufe des Semesters in einen Mordfall verwickelt.
Fazit: Zu Beginn dachte ich, dass es eine weitere weiblich-zentrierte Serie von Shonda Rhimes werden würden, die ja mit Grey’s Anatomy (Bin ein Fan seit der ersten Folge, gebe ich hier offen zu!) und Scandal schon zwei sehr beliebte Shows geschaffen hat, aber ich bin eines besseren belehrt worden. How to... kommt nicht so plump daher wie zunächst vermutet und hält ein paar sehr gute 180Grad-Drehungen für den Zuschauer bereit und ein paar astreine Cliffhanger zum Ende einiger Folgen. Eine anständige Krimi-Serie.


CBS
Format: 45 Minuten / Drama
Plot: Die Frau des Staatsanwalts von Cook County in Chicago, Alicia Florrick (studierte Juristin), hat genug von der Untreue ihres Mannes und dem politischen Gehabe und entschließt sich, wieder in einer Kanzlei zu arbeiten. Die Sozietät, in der sie ihren beruflichen Neuanfang wagt gehört ihrem alten Freund (und Liebhaber) Will Gardner, was natürlich Komplikationen beruflicher und privater Natur mit sich bringt.
Fazit: In den USA läuft bereits die sechste Staffel und jede einzelne hält ihre eigenen Irrungen und Wirrungen bereit. Mir gefällt die Show besonders, weil die Protagonistin, gespielt von Julianna Margulies, so dermaßen überzeugend ist und der gesamten Serie ihren Stempel aufdrückt. Gepaart mit weiteren starken Darstellern wie z.B. Christine Baranski, Matt Czuchry und besonders Alan Cumming ist es eine Reise durch die Anwaltswelt in Chicago und den politischen Problemen einer amerikanischen Großstadt. Die persönlichen Dramen, Affären, Todesfälle und Enthüllungen sind immer wieder geschickt eingeflochten in die Geschichte, die seit fast sieben Jahren läuft und einfach nicht langweilig wird und auch zwischendurch extrem witzig ist. 


FOX
Format: 45 Minuten / Krimi
Plot: Aussortierter FBI-Agent Ryan Hardy (Kevin Bacon, guter Mann!) sieht sich den neuen Taten des Massenmörders Joe Carroll (James Purefoy, spielt den Wahnsinnigen wahnsinnig gut) gegenüber, den er eigentlich vor acht Jahren schon einmal hinter Gitter gebracht hatte. Joe hat es während seiner Zeit im Gefängnis hinbekommen, sich eine Gefolgschaft, eine Schar an Jüngern zuzulegen, die ähnlich gestört sind wie er. Nachdem er es schafft, auszubrechen beginnt er mit seinem Clan weitere Morde zu begehen, die das FBI auf den Plan rufen und natürlich auch den total versoffenen Hardy, der nun helfen muss Joe wieder dingfest zu machen.
Fazit: Richtig gut, die erste Staffel fesselt einen geradezu vor der Glotze. Es ist eine gänzlich andere Art von Krimi als z.B. How to... (s.o.), weil in diesem Fall der Personenkult um den Massenmörder Carroll im Fokus steht und dessen latent instabile Psyche sehr schlau mit der des Agenten vernetzt wird. Aus „FBI jagt Sekte“ wird also sehr schnell „Ryan jagt Joe“ und das setzt beiden emotional ziemlich zu. Und dann ist da noch die Ex-Frau des Mörders, die (natürlich) eine Schwäche für den so labilen Agenten hat.....Wenn ihr Krimis mögt, guckt es Euch an.


NBC
Format: 45 Minuten / Drama,Krimi
Plot: Raymond „Red“ Reddington (James Spader, kaum gealtert seit Stargate im Jahr 1994) gibt den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter, der inzwischen auf der Liste des FBI ganz oben steht, weil er seit seinem Ausscheiden aus besagtem Dienst eine kriminelle Karriere eingeschlagen hat. Er stellt sich überraschenderweise dem FBI und bietet an, ihnen bei der Suche nach Terroristen und Verbrechern zu helfen. Dies aber nur unter der Bedingung, dass er mit Elizabeth Keen zusammenarbeitet. Die kommt gerade frisch aus der Akademie und weiß kaum wie ihr am ersten Arbeitstag geschieht.
Fazit: Extrem unterhaltsam, und meist recht undurchsichtig. In dem Moment, wo man denkt, dass man jetzt kapiert hätte in welcher Beziehung Red und Lizzie stehen wird man wieder enttäuscht und auf eine andere Fährte geführt. Showrunner Jon Bokenkamp (der verantwortlich war für District 9 und auch Regie führen wird beim neuen Alien-Werk, bin sehr gespannt!) führt den Zuschauer mehrfach an der Nasen herum, aber verliert nie den Fokus, denn der liegt auf der sog. Blacklist und was sie einerseits für Reddington und andererseits für die Zukunft von Agentin Keen bedeutet. Am Ende wäre da noch der Grundschullehrer Tom Keen, Elizabeths Ehemann: warum hält der fünf verschiedene Reisepässe, ne Knarre und massig Bargeld in diversen Währungen im Haus der beiden versteckt?! Gucken, und wundern!

Samstag, 21. März 2015

Erster Post

First things first

Zunächst Folgendes: Dieses kleine Projekt ist nun schon länger in der Denke, jedoch wurde es jetzt Zeit weniger zu denken und mehr zu machen; auch mal zur Tat zu schreiten und all das aufzuschreiben, was mir so durch den Kopf geht wenn ich mir etwas neues anschaue. Womit wir bereits beim Thema wären. Der Titel nimmt es schon ein wenig vorweg, dieser Blog soll auf seine ganz eigene Art eine beratende Funktion einnehmen, soll Anregungen geben und Euch vor potentiellen Streaming-Sünden bewahren, und all denen, die sich mit einer gesunden Film- und Serien-Affinität brüsten (#bingewatching, aber in Maßen!) als audiovisueller Kompagnon zur Seite stehen.

Wer zum Ausgleich auch gerne mal ein Buch in die Hand nimmt (oder den Kindle, soweit bin ich noch nicht) und sich nicht nur nächtelang vor dem Laptop/AppleTV/Leinwand vergräbt um eine Staffel zu schauen ist hier genau so willkommen wie der Game of Thrones-Enthusiast, der sich bereits das halbe Sortiment aus dem "Elbenwald"-Katalog bestellt hat, aber dies seinen Freunden gegenüber niemals zugeben würde. 

Was das Layout und den ganzen Seitenaufbau angeht - ich bin Anfänger, daher verzeiht diesen doch sehr rudimentären Auftritt, vielleicht schaffe ich es ja in den nächsten Wochen auch, mir noch wordpress o.Ä. beizubringen, das wäre natürlich dann ein bisschen ansehnlicher. Blogger muss hier erstmal reichen.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen - Kommentare sind erwünscht.





NETFLIX (Obacht: Spoiler)

Review: House of Cards / Staffel 3 (A.K.A. "I'm leaving you....")

"Sag mal Bescheid, wie du das Ende findest", so ein Freund, der damals schon fertig war mit dieser dritten 'Tour de Force' aus dem porösen Polit-Universum des Francis Joseph Underwood. Tja, da saß ich dann da neulich abends und der Abspann lief und lief und lief - das inzwischen schon so gewohnte "Die nächste Folge beginnt in 12, 11, 10 Sek. ...." blieb aus. Die Vorwahl in Ohio ist gewonnen, die Frau ist weg. Einfach so. Kein finaler Twist, in dem sie sich dann doch noch besinnt bzw. einsieht, dass sie nur zu zweit im Weißen Haus bestehen können.
Aber was fangen wir jetzt damit an? Die diversen Trailer, und auch die vorab veröffentlichten Bilder zur neuen Staffel hatten einen stärkeren Fokus auf die Ehe, wenn man die als solche bezeichnen will, von Frank und Claire vermuten lassen, aber ich hatte nicht damit gerechnet, das ihr so viel Screentime zuteilwerden würde. Dennoch, mir hat die Konzentration auf die Beziehung der Präsidentenpaares gut gefallen, vermutlich lag es aber auch daran, dass die wirklich tiefschürfenden Geschichten über die beiden durch den Autor Thomas Yates (Paul Sparks) aufgedeckt werden. 
Yates ist ein gutes Bindeglied in dieser sehr dysfunktionalen Ehe, Sparks schafft es dieser (Rand)Figur eine gewisse Aura zu verleihen - bei Boardwalk Empire hatte seine Rolle in knapp vier Jahren keine wirkliche Entwicklung nehmen können und er blieb stets im Hintergrund. Das ist nun vorbei und er kann zeigen, was er drauf hat. Eine gute Casting-Wahl, da die anderen Nebencharaktere (Remy, Jackie, Freddy, Seth) nicht die selbe Präsenz haben wie noch in den vorigen beiden Staffeln; mit Ausnahme des Hackers Gavin Orsay (Jimmi Simpson), guter Mann für die Rolle!
Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die - schon seit Staffel eins bestehende - Hassliebe zwischen Doug und Rachel. Man wünscht sich ja zwischendurch fast, dass er sie einfach in seinem abgewrackten Truck sitzen lässt und die beiden gemeinsam in den Sonnenuntergang fahren. Aber nix da! Beau Willimon und seine Co-Produzenten machen auch dieser romantischen Träumerei (mit etwas Verzögerung) den Garaus und Doug ist schließlich wieder da, wo er hingehört: an der Seite von Underwood, als der treue Adjutant, der engste Vertraute nicht erst seit dem Tag als Frank nicht für den Außenministerposten nominiert wurde und der Stein ins Rollen kam. Dougs merkwürdigen Spritzen-Alkoholismus lasse ich hier außen vor, das war mir zu hoch.
Letzer Punkt: war diese dritte Staffel zu politisch? (Kann man das über eine Show, die sich um den U.S.-Präsidenten dreht überhaupt sagen?) Die Antwort lautet eindeutig 'Jein'.
Die ganzen Konflikte zwischen den U.S.A. und der Russischen Förderation sind einerseits politisch hochaktuell, andererseits haben gerade die Szenen auf Russischem Boden mit Präsident Petrov (furchteinflößend: Lars Mikkelsen) ihre Längen, und gleichzeitig versuchen die Autoren auch noch eine Diskussion um Schwulenrechte in eine schon recht prall gefüllte Folge zu stecken, was der Story (m.E. nach) nicht gut tut. Auch ist das ständige Ringen um "America Works" ein recht zähes Thema. Nichtsdestotrotz, das Gleichgewicht zwischen den zwischenmenschlichen Geschichten und den mühseligen politischen Scharmützeln ist da, und kann hoffentlich auch in Staffel vier aufrecht erhalten werden.

Womit wir auch schon wieder im Oval Office wären, dem Machtzentrum der U.S.-Administration. Wie lange kann Underwood sich dort noch halten? Taucht Claire doch noch in New Hampshire zur nächsten Wahlkampf-Runde auf? Ist Rachel wirklich tot? Wir werden es sehen, spätestens im Frühjahr 2016.


Preview: Bloodline / Staffel 1 (A.K.A. "We're not bad people, but we did a bad thing...")

Netflix hat also wieder ein Drama - und wir können uns drauf freuen. Das behaupte ich jetzt einfach, schlicht und ergreifend aus dem Grund, weil ich an die Kombination guter (und erfahrerener) Produzenten und sehr guter Schauspieler glaube. Sam Shepard, Ben Mendelsohn, Kyle Chandler, Sissy Spacek, Linda Cardellini sind alles Namen, die für Qualität stehen. Das ganze wird kombiniert mit den Erfindern von Damages, eine düstere Show, die für fünf sehr erfolgreiche Staffeln auf FX lief - die Begeisterung hierfür hat sich in Europa nie so richtig breit gemacht, warum auch immer.
Zurück zum Thema: Kyle Chandler ist zurück, endlich! Wer meine Begeisterung für seine fünf sehr unterhaltsamen Jahre als Coach Eric Taylor bei Friday Night Lights (NBC) nicht teilt, seis drum. Er kann die Show alleine tragen, wird er allerdings nicht tun müssen, siehe Rest der Besetzung. Gerade Mendelsohn hat so unglaubliches Potential, man erinnere sich nur an The Place Beyond The Pines.
Da ich selber erst ein paar Folgen gesehen habe, das Ganze ja nur als kleiner Tipp fungieren soll, und dieser Text nicht als Review gedacht ist nur so viel: hinsetzen, Netflix an, und gucken. Diese Famliensaga, situiert in den paradiesischen Florida Keys, hat es in sich und lässt immer aufs Neue ein paar Fragen offen, was das Pausieren nicht besonders leicht macht.



FILME
Ich mache es kurz, es wird spät:

Versuchen:   


Nightcrawler (Jake Gyllenhaal, beeindruckend)

Birdman (Nicht erst, seit er die Oscars plattgemacht hat)

Fury (Eher Männersache, denke ich) 

Gone Girl (Aber: erst das Buch lesen)


Vermeiden:


 The Hobbit - The Battle of the Five Armies (Für wahre Tolkien Fans wohl zu viel Spektakel)


The Maze Runner (Dystopische Teenie-Trilogie Nr. 197, zum Speien)


So weit, so gut. Die neusten Meinungen zu HBO und ein paar Tipps zu den 'kleinen' aber feinen Network-Shows von NBC, ABC, CBS, FOX, FX, AMC etcetera folgen in der nächsten Woche. Bis dahin, und immer schön glotzen.